Der Mund

Bevor man sich mit dem Thema Zahnmedizin auseinandersetzen kann, sollte man sich mit den Grundbegriffen vertraut machen. Damit sind vor allem die Organe der Mundhöhle gemeint, die verschiedenste Aufgaben übernehmen. Sie sind verantwortlich für die Zerkleinerung und die chemische Aufspaltung der aufgenommenen Nahrung. Darüber hinaus ist der Mund aktiv an der Sprachbildung beteiligt und damit ein wichtiges Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation. Die Pflege der Mundhöhle und ihrer Organe ist daher überaus wichtig, denn ein gesundes Lächeln ist immer noch die beste Visitenkarte.

Die Zunge

Die Zunge ist ein wichtiges Organ im Mund und besteht aus verschiedenen ineinander verflochtenen Muskeln. Sie ist von einer Schleimhaut bedeckt, auf der sich verschiedene Rezeptoren befinden. Mit der Zunge können verschiedene Reize wie Temperatur, Geschmack und Tastinformationen wahrgenommen werden. Weiterhin verteilt sie die Nahrung auf die Mahlzähne und dient der Sprachbildung.

Aus zahnmedizinischer Sicht ist zu erwähnen, dass sich auch in den feinen Strukturen auf der Zungenschleimhaut Bakterien festsetzen können. Diese Bakterien bilden oft weiße Beläge und sind damit leicht zu erkennen. Daher sollten Sie bei der täglichen Zahnpflege auch die Zunge nicht vergessen. Entfernen Sie die Beläge einfach mit der Zahnbürste, oder benutzen Sie einen speziellen Zungenreiniger. Denn die Bakterien auf der Zunge breiten sich auch nach gründlichem Zähneputzen schnell wieder im Mundraum aus und erhöhen das Kariesrisiko.

Die Zähne

Die Zähne des menschlichen Gebisses dienen in erster Linie der Zerkleinerung der Nahrung. Sie erfüllen damit eine wichtige Aufgabe bei der Nahrungsaufnahme, denn sie bereiten die Nahrung für die Verdauung vor. Im Normalfall besitzt jeder Mensch 32 Zähne, die gleichmäßig auf Ober- und Unterkiefer verteilt sind. Eine Ausnahme bildet das Milchgebiss kleiner Kinder, welches lediglich aus 20 Zähnen besteht.

Allgemein gesprochen bestehen Zähne aus 4 wesentlichen Bestandteilen: dem Zahnschmelz, dem Zahnbein, dem Wurzelzement und dem Zahnmark.

Zahn im Querschnitt

Zahnschmelz (Enamelum) : Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und widersteht selbst stärksten Kräften. Dennoch können Dauerbelastungen und Säuren den Zahnschmelz über einen längeren Zeitraum schädigen. Der Zahnschmelz ist nicht erneuerbar.

Zahnbein (Dentin) : Das Zahnbein liegt direkt unterhalb des Zahnschmelzes. Es ist durchzogen von vielen kleinen Kanälen, die bei empfindlichen Zahnhälsen Reize von außen nach innen leiten.

Wurzelzement (Cementum) : Das Wurzelzement bedeckt das Zahnbein im Bereich der Wurzel. Dort wo Wurzelzement und Zahnschmelz aufeinander treffen spricht man vom Zahnhals.

Zahnmark (Pulpa) : Das Zahnmark besteht aus lockerem Bindegewebe mit Nerven, Blut- und Lymphgefäßen und befindet sich in einer Höhle im Dentin. Über ein kleines Loch an der Wurzelspitze versorgt die Pulpa den Zahn mit Nährstoffen.

Die Weisheitszähne

Weisheitszähne sind Zähne, die nicht oder nur teilweise durchbrechen. Sie liegen hinter den Backenzähnen und sind nicht bei allen Menschen angelegt. Als Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten sind diese Zähne heute eigentlich überflüssig, können aber das Wachstum der restlichen Zähne beeinflussen. Aufgrund ihrer Lage kann es zu einem Druck auf die Zahnreihen kommen. Dies kann dazu führen, dass sich benachbarte Zähne verschieben.

Ein weiteres Problem bilden teilretinierte Weisheitszähne. Dabei handelt es sich um Zähne, die nur teilweise aus dem Zahnfleisch ragen. Teile des Zahns sind also mit Zahnfleisch bedeckt, was eine gründliche Reinigung erheblich erschwert oder sogar unmöglich macht. Daher kommt es im Bereich der Weisheitszähne oft zu Entzündungen, welche oft die Grundlage für andere Erkrankungen bilden. Eine Beratung durch ihren Zahnarzt ist in jedem Fall zu empfehlen, da er das individuelle Risiko einschätzen und entsprechende Maßnahmen einleiten kann.

Der Zahnhalteapparat (Parodont)

Die einzelnen Zähne im Ober- und Unterkiefer sind nicht fest mit dem Knochen verwachsen. Die Zähne stecken mit ihren Wurzeln in einem Knochenfach (Alveole). Feine Fasern (Desmodont) fixieren den Zahn am Kieferknochen. Diese Verbindung ermöglicht das Abfedern der Zähne bei starker Belastung und schont damit Kiefer und Zähne.

Auf dem Kieferknochen liegt das Zahnfleisch (Gingiva), welches die Zähne eng umschließt. Als Bestandteil des Zahnhalteapparats ist auch das Zahnfleisch mit dem Zahn verbunden. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa, entzündetes Zahnfleisch hingegen ist dunkelrot und geschwollen. Die häufigste Erkrankung des Zahnhalteapparats ist die Parodontitis, eine chronische Entzündung, welche dazu führt, dass sich Zähne lockern und dann auch ausfallen, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Der Speichel

Der Speichel ist ein wichtiger Bestandteil des Verdauungssystems. Er besteht zu 99% aus Wasser und beinhaltet Elektrolyte wie Kalium und Calcium. Speichel macht die gekaute Nahrung gleitfähig für den Schluckvorgang und erleichtert die Verdauung der einzelnen Nahrungsbestandteile. Weiterhin enthält der Speichel ein Verdauungsenzym (Alphaamylase), welches bereits in der Mundhöhle Kohlehydrate spaltet. Kaut man beispielsweise ein Stück trockenes Brot lange genug, nimmt dieses einen süßen Geschmack an, da die Enzyme im Speichel die Stärke im Brot in Glucose (Zucker) umwandeln.

Darüber hinaus erfüllt der Speichel jedoch noch andere wichtige Aufgaben. Jeder Mensch produziert 1 - 1,5 Liter Speichel am Tag. Er schützt die Mundschleimhaut vor Austrocknung und Infektionen, reinigt und remineralisiert (härtet) die Zähne. Speichel fördert die Wundheilung, wirkt antibakteriell und verdünnt aggressive Säuren im Mund, welche die Zähne angreifen können.

Während der Nacht lässt die Speichelproduktion nach. Es wird nur noch etwa ein Siebtel der Tagesmenge produziert, was die Neutralisierungsfunktion des Speichels einschränkt. Daher ist eine gründliche Zahnpflege am Abend von entscheidender Bedeutung.

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