Zahnmedizinischer Leitfaden für Eltern

Die Erziehung eines Kindes beginnt gewissermaßen schon im Säuglingsalter. Dies betrifft selbstverständlich auch das Thema Zahngesundheit. Der Grundstein für gesunde Zähne wird schon in den ersten Lebensjahren gelegt und beeinflusst in erheblichem Maß, wie man als Erwachsener mit dem Thema umgeht. Einige kleine Dinge entscheiden oft zwischen einem Gebiss, dass bis ins hohe Alter gesund und funktionsfähig ist und einer Vollprothese im Alter von 15 Jahren. Neben allen Hinweisen, die Sie in den folgenden Kapiteln finden werden, ist jedoch der beste Weg, seinen Kindern mit gutem Beispiel voranzugehen.

Säuglinge

Bereits im Säuglingsalter können Sie dafür sorgen, dass sich die Zähne und der Kiefer Ihres Kindes richtig entwickeln. Jeder Säugling verfügt über einen angeborenen Saugreflex, der sein Überleben sichert. Beim Stillen sollten Sie daher unbedingt beachten, dass Sie Ihr Kind "nach Verlangen" stillen. Diese Methode wird auch von Kinderärzten befürwortet und vermeidet den Drang des Kindes an seinen Daumen oder anderen Gegenständen zu lutschen, was später für den Kiefer schädlich sein kann.

Daumenlustchen
Natürlich kann man nicht verhindern, dass Säuglinge an allem nuckeln und lutschen, was sie in die Finger bekommen. Achten Sie jedoch darauf, dass nicht die Finger, der Daumen oder ein Bettzipfel dafür genommen wird. Besonders geformte Beruhigungssauger sind kiefergerecht und damit nicht schädlich für die Gebissentwicklung. Doch auch hier ist der richtige Gebrauch entscheidend für die spätere Entwicklung. Sie sollten darauf achten, dass der Sauger immer richtig im Mund liegt und den Gebrauch auf das Einschlafen und täglich eine Stunde einschränken.

Besonders wichtig: Bestreichen Sie den Beruhigungssauger auf keinen Fall mit süßen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Honig. Der Zucker verändert die Mundflora und gewöhnt Ihr Kind schon früh an einen übermäßigen Zuckerkonsum. Süßen Sie aus diesem Grund bitte auch die Flaschennahrung nicht nach, denn auch der Wunsch nach Süßem ist anerzogen.

Die ersten Zähne
Im Alter von etwa 6 Monaten bekommen Säuglinge ihre ersten Zähne. Diese Zeit ist auch für die Eltern nicht immer einfach, denn das Kind quengelt, ist gereizt und sabbert viel. Unterstützen Sie in dieser Zeit das Zahnen Ihres Kindes, indem Sie ihm alte Brötchen oder Brotkanten zum kauen geben. Der Druck auf das Zahnfleisch, der beim Kauen entsteht, fördert den raschen Durchbruch der Zähne und lindert das Unbehagen Ihres Kindes. Auch spezielle Beißringe oder ähnliche Gegenstände erfüllen diesen Zweck. Sie sollten nur darauf achten, dass sie glatt und groß sind. So können sie das Zahnfleisch nicht verletzen und auch nicht verschluckt werden.

Zahnpflege
Bereits wenn die ersten Zähnchen im Ober- und Unterkiefer durchgebrochen sind, sollten Sie mit der Zahnpflege beginnen. Dies geschieht meist bei einem Alter von 12 Monaten. Reinigen Sie die Zähne und das Zahnfleisch am besten abends nach der letzten Mahlzeit mit einem Wattestäbchen.

Kleinkinder

Auch wenn Milchzähne irgendwann ausfallen, ist ihre Pflege dennoch unerlässlich. Sie erfüllen neben der richtigen Verarbeitung von Nahrungsmitteln auch eine wichtige Funktion als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Der vorzeitige Verlust von Milchzähnen, zum Beispiel durch Karies, kann zu Zahnstellungsfehlern und somit auch zu Folgeerkrankungen und einem unästhetischen Erscheinungsbild der nachfolgenden Zähne führen. Deshalb ist die Pflege der Milchzähne genauso wichtig wie die der bleibenden Zähne.

Ernährung
Zucker ist der Hauptfeind aller Zähne und Nahrungsgrundlage für Bakterien in der Mundhöhle. Die Stoffwechselprodukte dieser Bakterien enthalten Säuren, die bei längerer Einwirkung auf Zähne und Zahnfleisch zum schmerzhaften Erkrankungen führen. Da die Zuckeraufnahme auch ohne Süßigkeiten wie Schokolade, Bonbons und Eis schon relativ hoch ist, empfiehlt Ihnen jeder Zahnarzt die Aufnahme von Zucker und Süßem soweit wie möglich zu reduzieren.

Gerade stark gesüßte Getränke wie Eistee und Limonaden stellen eine große Gefahr für die Zähne Ihres Kindes dar. Ein Kind, dass den ganzen Tag süße Getränke zu sich nimmt, schadet seinen Zähnen erheblich, da diese oft nicht nur Zucker, sondern auch Fruchtsäuren enthalten, die die Zähne zusätzlich schädigen. Die gesündeste Alternative, auch für die allgemeine Gesundheit Ihres Kindes, sind zuckerfreie Getränke wie Wasser oder Tee.

Wenn Sie von Anfang an auf Belohnungen in Form von Süßigkeiten verzichten, wird auch der Wunsch Ihres Kindes nach diesen Leckereien nachlassen. Belohnen Sie Ihren Nachwuchs lieber mit Obst, kleinen Spielsachen oder einfach mit einem Besuch im Zoo. Halten Sie auch die lieben Verwandten dazu an, auf süße Mitbringsel zu verzichten. Denken Sie immer daran: Der Wunsch nach Süßem ist anerzogen, nicht angeboren.

Sollte Ihr Kind nicht auf Süßes verzichten können, sollten Sie auf speziell gekennzeichnete Süßwaren ausweichen. Diese mit unschädlichen Süßstoffen gesüßten Leckereien erkennen Sie am Zahnmännchen-Logo.

Zahnmännchen Logo

Was allgemeine Nahrungsgewohnheiten angeht, sollten Sie zusammen mit Ihrem Kind regelmäßige Mahlzeiten in ruhiger Atmosphäre einnehmen. Feste und damit kauintensive Nahrung ist besonders zu Empfehlen, da sie den Speichelfluss anregen. Auch zuckerfreie Kaugummis oder spezielle Zahnpflegekaugummis führen dazu, dass viel Speichel gebildet wird und sind daher sehr zu empfehlen. Denn neben seiner antibakteriellen Wirkung verdünnt der Speichel aggressive Säuren und schützt so Zähne und Zahnfleisch.

Zahnpflege
Kleinkinder sind natürlich nicht in der Lage, sich alleine richtig die Zähne zu putzen. Daher ist eine grünliche Zahnpflege durch die Eltern unerlässlich. Wecken Sie die Neugier Ihres Kindes, indem Sie zusammen mit ihm Ihre Zähne putzen.

Heute gibt es bereits viele Zahnbürsten und Zahncremes, die sich speziell an Kinder richten. Sie sind bunt und animieren die Kinder mit lustigen Figuren zur täglichen Zahnpflege. Verwenden Sie ruhig solche Produkte, und fördern Sie die spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Zahnpflege und Mundhygiene. Vergessen Sie jedoch nie, gründlich nachzuputzen. Denn so gut Ihr Kind auch zu putzen scheint, es gibt immer Stellen, die es nicht erreicht.

Der erste Besuch beim Zahnarzt
Der Besuch beim Zahnarzt sollte kein "notwendiges Übel" sein, sondern selbstverständlich und regelmäßig. Bereiten Sie Ihr Kind auf den Besuch beim Zahnarzt vor. Vermeiden Sie Aussagen wie "Du brauchst keine Angst zu haben" und versprechen Sie keine Belohnungen, wenn Ihr Kind beim Zahnarztbesuch "lieb" ist. Solche Äußerungen wecken Ängste und sind schlecht für das spätere Verhältnis zwischen Kind und Zahnarzt.

Ein besserer Weg ist, Ihr Kind für den Zahnarztbesuch zu interessieren. Nehmen Sie es zu eigenen Terminen und Untersuchen in die Praxis mit. Sollten Sie jedoch selbst Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt haben, so bitten Sie lieber Verwandte oder Freunde Ihr Kind mitzunehmen. Denn Ängste können sich leicht von den Eltern auf das Kind übertragen.

Um Erkrankungen der Zähne vorzubeugen, sollten Sie ab einem Alter von 3 Jahren, regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Kind durchführen lassen. Dies erspart ihm unangenehme Behandlungen, da drohende Erkrankungen und Fehlentwicklungen des Kiefers frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Schulkinder

Die drei Säulen für gesunde Zähne sind bei Kindern wie auch bei Erwachsenen eine ausgewogene Ernährung, eine gründliche Zahnpflege und der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt. Wer die folgenden Richtlinien beachtet, bietet seinem Kind einen optimalen Start in ein gesundes Leben.

Ernährung
Auch bei Schulkindern ist Zucker der Hauptfeind gesunder Zähne. Vermitteln Sie Ihren Kindern einen vernünftigen und verantwortungsvollen Umgang mit Süßen. Der regelmäßige Konsum von Süßigkeiten kann zu Karies und andere Erkrankungen im Mundraum führen. Eltern wissen, dass Kinder sich nicht immer von süßen Leckereien fernhalten lassen. Kaufen Sie daher nur Süßwaren mit einer speziellen Kennzeichnung. Mit dem Zahnmännchen gekennzeichnete Produkte enthalten keinen Zucker.

Zahnmännchen Logo

Verzichten Sie auf Süßigkeiten als Pausenmahlzeit. Generell gilt: Es ist besser einmal am Tag viel Süßes zu essen als weniger über den ganzen Tag verteilt. Feste und damit kauintensive Lebensmittel fördern den Speichelfluss und fördern damit die natürliche Reinigung der Zähne.

Zahnpflege
Der zweite wichtige Punkt ist eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege. Hierbei ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen. Zeigen Sie Ihren Kindern, dass zweimal Zähneputzen am Tag zur täglichen Körperpflege dazugehört. Hinweise zur richtigen Zahnpflege finden Sie in unserer Information zur optimalen Zahnpflege.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen
Gerade die Zeit des Zahnwechsels ist besonders wichtig für die weitere Entwicklung des bleibenden Gebisses. Gehen Sie in dieser Zeit besonders regelmäßig zum Zahnarzt. So können Kieferfehlstellungen durch kranke Milchzähne vermieden werden. Aber auch nach dem Zahnwechsel ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt unerlässlich. Kinder bis 18 Jahre sollten ihren Zahnarzt mindestens zweimal im Jahr aufsuchen.

Schlechte Angewohnheiten
Gewohnheiten wie Daumenlutschen, Lippenbeißen oder Zungenpressen können zu Verformungen des Kiefers und zu Fehlstellungen der Zähne führen. All diese gebissschädigenden Angewohnheiten sollten spätestens bis zum 5. Lebensjahr abgelegt worden sein, um einen unkomplizierten Zahnwechsel zu gewährleisten. Auch wenn Ihr Kind ständig durch den Mund atmet, hat dies Auswirkungen auf die Zahngesundheit.

Fehlstellungen beseitigen
Auch die Beseitigung bestehender Kiefer- oder Zahnfehlstellungen erfolgt im allgemeinen in der Zeit des Zahnwechsels. Mit kieferorthopädischen Behandlungen können Zähne und Kiefer wieder in die richtige Position gebracht werden. Diese Behandlungen dauern oft sehr lange, da die Korrektur in kleinen Schritten erfolgt.

footer